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Tal der Wölfe

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Todesreiter



Geschlecht: Geschlecht:männlich
Anmeldungsdatum: 06.04.2007
Beiträge: 88
Wohnort: SHG

BeitragVerfasst am: 07.04.2007, 14:13 Antworten mit ZitatNach oben

Hier mal ne kleine Filmkritik für die die es interessiert:
(Die Quelle lass ich mal weg - bei Interesse PM)


Image


Nicht allzu vielen BRD-Bürgern dürfte diese türkische Filmproduktion bekannt sein, denn der Streifen lief nur in manchen heimischen Kinos an. Und auf DVD/Video kam er erst deutlich später als üblich raus, da einige Leute anscheinend ein Problem mit diesem Film zu haben schienen. Namentlich genannt seien hier mal Edmund Stoiber und Charlotte Knobloch, die ihn sogar verbieten lassen wollten da er antisemitisch und antiwestlich sei.

Erwartungsgemäß und z.T. sogar lächerlich fielen viele Kritiken aus (z.B. im Stern). Ganz klar, Tal der Wölfe ist politisch, aber zig andere Hollywoodproduktionen sind das auch, und darüber regt sich in den Medien seltsamerweise keiner auf! Nur diesmal sind nicht die Amerikaner die tollen Hechte und Weltretter, sondern Ihre eigentlichen Verbündeten! Denn in die frei erfundene Geschichte in der die Hauptakteure wirken, sind verschiedene und medial bereits bekannte Kriegsverbrechen (von denen mittlerweile erheblich mehr nachweisbar geworden sind) der „Befreier“ des Iraks mit eingearbeitet. So wird z.B. das tragische Ende einer Hochzeit gezeigt, was so traurigerweise schon des öfteren vorgekommen ist, oder wie man Gefangenen im Container zu Frischluft verhilft (Afghanistan 2001). Diese Szenen werden zwar schonungslos, aber auch real und nicht übertrieben dargestellt, wie man es von anderer Seite sonst oftmals gewohnt ist.

Wie auch immer. Seit etwa November kann man „Tal der Wölfe“ letztendlich auch im Verleih bekommen, und das sogar auf deutsch (im Kino lief er nur auf türkisch mit deutschen Untertiteln).

Kurze Einleitung: Irak 2003. USA vs. Irak bzw. Bush vs. Hussein „die Zweite“. Im Norden bekämpfen - Verzeihung - befrieden die Amerikaner den derzeit übelsten aller üblen Schurkenstaaten, zusammen mit ihren Verbündeten der „freien und zivilisierten Welt“. In dieser Region bekamen / bekommen sie bekanntlich Unterstützung von der türkischen Regierung.

Zum Film selbst: Er beginnt gleich mit der sogenannten „Sackaffäre“, die sich auch tatsächlich am 04. Juli des Jahres ereignet hat. Ein Offizier verkraftet die Demütigung nicht und setzt seinem Leben ein Ende. Sein Abschiedsbrief ist an seinen besten Freund, den Geheimagenten Polat Alemdar gerichtet, der sich daraufhin mit seinen Männern in den Irak begibt um der Sache nachzugehen. Sie finden ein völlig zerstörtes Land vor, in dessen Werte, Menschen und Geschichte vollkommen vernichtet sind (kennen wir das nicht irgendwoher?)! In diesem Geschehen werden Alemdar, gespielt von Necati Sasmaz, der in der Türkei sehr beliebt ist, und seine Leute zu Rebellen woraufhin sie den Widerstand versuchen. So nimmt der Film seinen Lauf und zeigt dem Zuschauer im Grunde salopp gesagt, einfach den Alltag im heutigen Irak. Der böse Diktator und seine Gefolgsleute sind gestürzt (inzwischen bekanntlich hingerichtet) – das mag gut klingen – doch seit dem Tag sind weit mehr unschuldige Menschen als während der gesamten Herrschaft des mutmaßlichen Tyrannen umgebracht worden! Es gibt keine Sicherheit, keine Ordnung – es herrscht Chaos, Korruption und Gewalt! Soldaten kämpfen mit Söldnern gegen mögliche Terroristen, Widerständler gegen die Besatzer, Terroristen gegen ihre Gegner, Idealisten gegen Kapitalisten.

Aber nicht nur das zeigt dieser Film. Es geht ebenso um den Glauben, den islamischen wie den christlichen. Beide Seiten kommen zu Wort und sind überzeugt davon das richtige zu tun. Unterdrücker beten zu Jesus, unterdrückte und Terroristen lobpreisen Allah, wobei aber auch das Thema der Selbstmordattentäter kritisch angegangen wird. Die Filmhelden bewegen sich inmitten dieses Szenarios und wirken dabei erfreulich natürlich, und nicht wie in vielen Hollywoodstreifen fast übermenschlich, oder so cool wie ein Eisschrank. Überhaupt kommt vieles insgesamt ziemlich reell rüber. Obwohl das Etat für den Film natürlich begrenzt war, war er mit ca. 8 Millionen €uro aber dennoch der teuerste türkische Film überhaupt.

Aber auch sonst bietet diese Produktion alles, was man für einen unterhaltsamen Film braucht. Gutes Drehbuch, gute Darsteller, darunter auch bekannte US-Amerikaner wie Billy Zane und Gary Busey, gute Kameraführung/Effekte etc.! Das einzige was doch manchmal fehlt, ist ein wenig das „packende“ in den Actionszenen. Gerade in der sich lange ankündigenden Endschlacht vermißt man schon den „wumms“! Ansonsten gibt es nicht viel zu mäkeln, nur das er gerade zum Ende hin, doch stellenweise ziemlich langatmig ist.

Trotz allem ist „Tal der Wölfe“ ein gelungener Film der sich lohnt. Vor allem weil hier in großer Ausnahme, die Amerikaner mal nicht als die Helden der Welt dastehen, und sich auch nicht selber zu dem hochstilisieren können was sie angeblich immer sein wollten und wollen, aber nie waren – Befreier!
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Fernsehen



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